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Du bist was Du "isst"

Geist formt die Materie

 
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Wer die Chladnischen Klangfiguren aus dem 18. Jahrhundert, welche sich durch Schall ergeben, die durch Klang, Worte - oder gar durch Gebete - informierten Wasserkristalle von Masuro Emoto  oder die von Andreas Lauterwasser nachgewiesenen WasserKlangBilder kennt, wird sich nicht wundern, dass Rick Beato vor wenigen Jahren seinem Sohn ein absolutes Gehör antrainierte, indem er lediglich harmonisch komplexe Musik in sehr frühen Jahren in seinem Umfeld erklingen ließ. Er betont, Babies (die ersten Jahre sind wichtig!) brauchen unerwartete, melodisch-harmonische Wendungen, denn ihr Gehirn entwickelt sich nur sehr wenig durch vorhersehbare Strukturen. Auch Jean Paul meinte bereits im 18. Jahrhundert, dass die ersten drei Jahre in jedem Leben bei weitem wichtiger sind, als die spätere Universitätsausbildung, denn das Fassungsvermögen und die Komplexität des Gehirns wird durch den geistigen Einfluß der Erzieher wie in Knetmasse strukturiert. Besonders in den ersten beiden Jahren sind persönliche Vorlieben noch in keinster Weise vorgebildet, sondern werden durch das Umfeld in die noch plastische Gehirnmasse eingeprägt. Erst wenn das Kind ab ca. drei Jahren sich als eigenständiges Individuum erkennt, hört diese für uns Erwachsene unfassbare Aufnahmefähigkeit auf und es bilden sich Vorlieben heraus. Diese Vorlieben sind zumeist dann der geistige Radius, innerhalb dessen sich die Person ihr ganzes Leben hindurch bewegen wird. Der Mensch ist zu mindestens 70% und im Gehirn gar zu 90% eine Wassersäule, welche sich durchaus wie bei Chladni, Emoto, Lauterwasser durch das auditive Umfeld formen lässt (In-Formation). Lauschen wir den zumeist recht überschaubaren Strukturen heutiger populärer Musikstile, wird es verständlich, dass Mitteleuropa kein Land der Dichter und Denker mehr ist, welches ehemals der Keim von Kultur, Kunst und Wissenschaft für die gesamte Welt war. Albert Schweitzer mahnte im 20. Jahrhundert zurecht in seinem literarischen Hauptwerk von einem "Verfall und Wiederaufbau der Kultur". Könnte nicht zu diesem Wiederaufbau gerade eine achtsame Musikerziehung beitragen, welche auch komplexere musikalische Strukturen anvisiert? Angesichts des Zeitgeistes, vor dem A. Schweitzer warnte, sieht sich mancher Lehrer kaum mehr gewachsen und Burnouts und psychische Krankheiten sind heute mehr bei den Lehrern als bei den Schülern zu finden. Mancher Lehrer sieht sich einer ähnlichen Situation ausgesetzt, wie Mime und Siegfried in der gleichnamigen Oper von Richard Wagner. Der junge Siegfried fragt wütend seinen vermeintlichen Ziehvater Mime im ersten Akt der Oper "Siegfried", welcher ihm stümperhaft das Schmieden eines Schwertes beibringen möchte: "Was frommt seine helle Schneide, ist der Stahl nicht hart und fest?" Nachdem wir im Schulmusikstudium klassische Musikwerke knapp fünf Jahre lang geübt hatten, jedoch danach im Referendariat jungen Schülern gegenüberstanden, welche zumeist flankiert durch Rock-Pop-Stile heranwuchsen, fühlte sich so mancher musikalische "Ziehvater" dann wie Mime dem heranwachsenden "Siegfried" (Schülern) ausgesetzt. Er vermag zwar "hehre Schneiden" (klassische Musikwerke) anzubieten, versteht es aber kaum, selbst ein kleines Taschenmesser (Rock/Pop/R&B etc.) zu schmieden, welches dem Zeitgeist entsprechen würde. So manches musikalische Werk(chen), das klassische Musiker improvisierend, komponierend innerhalb moderner Stile (in Rock-Pop-Jazz) kreieren, kann substantiell meist nicht den zeitgemäßen Kompositionen standhalten, weil die "Mimes" (Professoren in klassischen Musikhochschulen) heutiger Tage es versäumt haben, das "Schmieden" bereits - wie "Siegfried" - in den Kindertagen zu lernen.

Fazit:
Auch wenn dieses selbständige "Schmieden" in heutigen pädagogischen Musikstudiengängen - im Gegensatz zu meiner Studienzeit - vermehrt unterrichtet wird, wird es in auffallend vielen Instrumental- bzw. vokalen Studiengängen vernachlässigt. Das kreative Musizieren sollte nicht Halt machen vor dem Komponieren und Improvisieren. Dies war früher gang und gäbe und noch heute findet sich in jedem sog. Konzert eine sog. Kadenz, in welcher der Solist seine Virtuosität mit Hilfe seiner eigenen kompositorisch-improvisatorischen Fertigkeiten präsentieren kann. Erst im Jazz wurden diese "Kadenzen" auf ganze Formteile ausgedehnt, über welche der Solist dann kreativ musizieren darf. Jedoch ist für diesen "Freiflug" über oft unbekanntes Terrain ein fundiertes harmonisches Wissen verbunden mit umfassender Kenntnis melodischer Verzierungen, Skalen, Rhythmen, Formen auf den Flügeln einer treffsicheren Technik unerlässlich. Also, der "Stahl" des "Schwertes" sollte "hart und fest" sein, wenn der Solist sich durch das unbekannte Dickicht des harmonischen Urwaldes einen Weg bahnen will, um mit Klarblick zu improvisieren, d.h. der Stahl muss vorher geduldig geschmiedet worden sein.


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