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"Klug kickt gut"

= Menschenerziehung

 
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"Klug kickt gut" las ich heute auf der Titelseite der Stuttgarter Zeitung und kontrastierend dazu wurde wenige Tage zuvor in derselben Zeitung darüber lamentiert, dass Demenz und Alzheimer in erschreckender Weise zunehmen. Sog. Experten prognostizieren in wenigen Dekaden, dass 30% (!) der westlichen Menschheit mit diesen Krankheiten ihr Leben beenden werden. Als Heilmittel dagegen seien regelmäßige körperliche Bewegung und vegetarische Ernährung zuträglich und führen erst am Schluss dieses Artikels nebenbei ein "kognitives Training" an. Für unser materialistisches Zeitalter ist es symptomatisch, dass kognitives Training nicht als wichtigstes Heilmittel angeführt wird, ähnlich wie wir in westlichen Ländern im Fall von Yoga lediglich die "äußere Schale" fokussieren (Asanas) und nicht das Wesentliche, das kontemplative versenken in Mantras etc.. Wir meinen, die sportlichen Übungen, flankiert durch Kuschelmusik und garniert mit Yogamatten, Kleidern und Gebärden, wären bereits Yoga, so wie manche im Chinesischen Restaurant irrtümlich meinen, die Ente süß-sauer wäre chinesische Kochkunst. Wir fokussieren viel zu oft nur die äußerliche Schale der Nuss und dringen nicht zum schmackhaft nahrhaften Kern, denn es benötigt Geduld und Ausdauer und vor allem Konzentration, um die Nuss zu knacken. Unsere Geisteskraft und Konzentration ist meistens zu wenig ausgebildet, um zum nahrhaften Kern vorzudringen. Das Wesentliche ist jedoch der Kern. Kaum jemand wird jemand in Demenz verfallen sehen, der sich wirklich mit geistiger - und nicht nur haptischer - Arbeit ein Leben lang beschäftigt hat, so wie wir wenig demente klassische oder Jazz-Musiker auffinden werden. Auch bei Sportlern findet sich diese Erkrankung äußert selten. Es ist bekannt, dass der Manager von Michael Schuhmacher ausübender Buddhist ist und einst seinem edelsten "Rennpferd" einen Mentaltrainer aus Japan zum Training seiner Geisteskräfte empfahl. Interessant ist zudem, dass unter den Laienorchestern weltweit die Ärzteorchester qualitativ an der "Pole-Position" stehen und dies definitiv nicht deswegen, weil Ärzte am meisten Zeit zu üben haben. Eher umgekehrt: Sie hatten in der Regel seit frühester Jugend eine Musikausbildung oder zumindest ihr familiäres Umfeld war künstlerisch beschäftigt, und so benötigen sie heute wesentlich weniger Zeit zur Einstudierung musikalischer Werke. Goethe meinte einst, dass alles aus dem Geist erwachsen ist und es ist leicht zu erkennen, dass die kulturelle Entwicklung einer Gesellschaft immer aus dem geistigen Keim von wenigen hochkarätigen Protagonisten erwächst, ob nun in Wissenschaft, Kunst oder Wirtschaft. "Im Urbeginne war das Wort (griech.: Logos)" bekommt im Lichte dieser Überlegungen eine interessante Gewichtung. Im ehemaligen Land der Dichter meinte Goethe im Entwurf zu seiner Farbenlehre: "...so bildet sich das Auge am Lichte fürs Licht". Man assoziiert Weisheit stets mit Licht und ebenso auch mit Geist und bekanntlich ist das Auge der Spiegel der Seele. Ersetzen wir im obigen Zitat das Auge durch Seele und Licht durch Geist so ergäbe sich der Satz: "So bildet sich die Seele am Geist für den Geist". Seele beinhaltet in der Geisteswissenschaft das Fühlen, Denken und Wollen des Menschen und es ist die Aufgabe jedes Menschen, die Konstitution und Kraft seiner Seele in seinem Lebensgang in eigener Verantwortung zu stärken und heranzubilden. Aristoteles meinte vor 2500 Jahren: "Eltern, welche für eine gute Erziehung ihrer Kinder sorgen, sind mehr wert als die, welche sie bloß erzeugen." Und sein Lehrer Platon meinte zum selben Thema: "Die Erziehung zur Musik ist von höchster Wichtigkeit, weil Rhythmus und Harmonie machtvoll in das Innerste der Seele dringen".


 

 


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